Der Fall SHB
Die Geschehnisse rund um die SHB Fonds nehmen just zum Ende der Abstimmungsfrist bei drei SHB Fonds eine höchst brisante Wendung. Die S&K Gruppe - deren maßgebliche Köpfe sich bei der SHB-Muttergesellschaft FIHM AG engagieren - ist in den Mittelpunkt staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen geraten.
Die SHB Fonds
Der Münchner Fondsanbieter SHB Innovative Fondskonzepte AG bringt seit dem Jahr 2001 Publikumsfonds auf den Markt. Es handelt sich hierbei um geschlossene Immobilienfonds, welche in verschiedene deutsche Gewerbeimmobilien investieren. Es handelt sich bei dem Emissionshaus um ein Tochterunternehmen der FIHM Fonds und Immobilien Holding München AG (ehemals SHB AG). Bislang kamen sechs SHB Immobilienfonds auf den Markt, in welche insgesamt über 30.000 Anleger investierten.
Im Unterschied zu vielen anderen geschlossenen Immobilienfonds boten die SHB Fonds verschiedene Varianten an, wie die Beteiligung finanziert werden kann. So gibt es die Möglichkeit, den gesamten Anlagebetrag auf einmal zu investieren (Renditemaxx). Daneben gibt es verschiedene Ratenzahlungsmodelle mit Kapitalaufbauphasen (Clevere Kombi) bzw. Ansparphasen (Immorente Plus), an welche eine Ausschüttungsphase anschließt. Es gibt auch das Modell einer stillen Beteiligung (Classic).
Im Herbst 2012 begonnene Veränderungen in der Führungsetage der SHB Innovative Fondskonzepte AG. Konkret handelt es sich um das Engagement von Herrn Jonas Köller und Herrn Stefan Schäfer, die in dem Schreiben vom 28.01.2013 als die „neuen starken Gesellschafter an der Spitze“ des Fondsanbieters bezeichnet wurden. Herr Köller und Herr Schäfer, welche die Geschicke der S&K-Gruppe leiten, übernahmen die Kontrolle bei der Muttergesellschaft der SHB Innovative Fondskonzepte AG, der FIHM AG.
Razzia bei S&K-Gruppe
Nachdem sich in den vergangenen Tagen die kritische Berichterstattung über die Tätigkeiten der S&K Gruppe gehäuft haben, hat sich eine neue dramatische Wendung des Falls ereignet. Wie das Manager Magazin berichtet, wurde am 19.02.2013 eine bundesweite Großrazzia wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs bei der S&K Gruppe durchgeführt. Die S&K Gruppe wird maßgeblich von Herrn Stefan Schäfer und Herrn Jonas Köller geprägt.
Schriftliche Abstimmung bis zum 19.02.2013
Ein Schreiben, welches auf den 28.01.2012 datiert, sorgte Anfang Februar 2013 für einen Schrecken bei den Anlegern. Denn in diesem Schreiben wurde die Situation verschiedener SHB Fonds als besorgniserregend dargestellt. So lägen Mängel in der Fondskonstruktion und bei der ehemaligen Geschäftsführung vor, die zu einer wirtschaftlich kritischen Lage geführt hätten. Dies sei auf „gravierende Fehlentscheidungen“ in der Vergangenheit zurückzuführen.
Darüberhinaus wurden die Anleger der Fonds SHB Fürstenfeldbruck und München, SHB Altersvorsorgefonds und SHB Renditefonds 6 aufgefordert, bis zum 19.02.2013 im Umlaufverfahren über weitreichende Veränderungen abzustimmen. Dies betrifft insbesondere den Fondsbeirat, dessen Besetzung zukünftig nach anderen Kriterien erfolgen soll. Weiterhin wird eine Kapitalerhöhung vorgeschlagen, welche dem neuen Geschäftsführer einen Beitritt zu den jeweiligen Fonds ermöglichen soll.
Aus Sicht eines Anlegers eines betroffenen SHB Immobilienfonds ist dies wegen der schlechten Nachrichten keine erfreuliche Neuigkeit, weswegen sich bereits Anleger verschiedener SHB Fonds bei der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen meldeten. Zusätzliche Brisanz erlangt die derzeitige Situation durch die aktuellen Geschehnisse rund um die S&K Gruppe.
